Eine Erlebniswanderung der besonderen Art!

Seit Herbst diesen Jahres gibt es offiziell die „U50 Die junge Wandergruppe“ im DAV-Bochum, was uns bewogen hatte, einmal neugierig zu sein, was in dieser Gruppe denn so läuft!
Um unsere „Neugier“ zu befriedigen, hatten wir uns kurz entschlossen, die Wanderung auf der "Geo-Route Ruhr" mit Bergwerksbesichtigung heraus gepickt.
Natürlich wussten wir nicht wirklich, was uns an diesem Tag so erwartet, obwohl wir das schöne Wandergebiet um Hohensyburg schon etwas kannten. Wir hatten allerdings bislang keinerlei Ahnung von einem Besucherbergwerk in dieser Gegend !
 
Grube 1

Ein Besucherbergwerk hörte sich für uns erst einmal so an wie ein Museumsbesuch im Bergbaumuseum Bochum, doch wir wurden eines Besseren belehrt. Mehr dazu weiter unten.

Pünktlich um 9 Uhr ging es dann bei super Herbstwetter locker ca. 20 Minuten Richtung Hohensyburg und dem Bergwerk Graf Wittekind. Die überschaubare Gruppe war gut gemischt, sodass man schnell Anschluss fand und natürlich das Gesprächsthema Nr.1 „die Bergwerksbesichtigung“ diskutierte. Keiner der Beteiligten konnte sich so richtig vorstellen, was es damit auf sich hat.

Die Überraschung war für alle sehr groß, als wir dann mitten im Wald auf eine Gruppe Männer stießen, die in voller Bergwerksausrüstung auf uns warteten, um uns entsprechend einzuweisen. 

Nach ca. 30 Minuten Einweisung und Anlegen der Sicherheitsausrüstung ging es dann endlich los ... oder ich muß besser sagen krochen wir los. Der Stolleneingang sah schon recht schmal und klein aus und versprach nicht wirklich die Möglichkeit des gewohnt aufrechten Gehens aber es sollte noch besser kommen.

Ausgerüstet mit Stirnlampe, Helm und voller Montur ging es geführt von ehrenamtlichen Bergführern die ersten ca.10 m noch gemütlich in gebückter Haltung in den völlig dunklen Stollen. Nun ging es richtig zur Sache.
Da wir uns zuvor sämtlicher persönlicher Sachen wie Uhr, Handy, Kameras und Rucksäcken entledigen mussten, konnten wir von den „Innereien“ des Bergwerks leider keine Bilder machen. Im Nachhinein hatte sich aber diese Vorgehensweise als absolut richtig erwiesen, da keines der Sachen hier im Stollen heile überlebt hätte!

Der zuvor schmale und niedrige Stolleneingang wechselte nun seine „Größe“. Eigentlich hätten wir uns alle einer Schrumpfkur unterziehen müssen, um hier weiter durch zu passen, aber wir waren ja alle motiviert und willig, so ging es auf allen Vieren im Kriechgang und mit entsprechendem Abstand zum Vordermann weiter. Der Stollen hatte seinem natürlichen Verlauf des Ausbaus entsprechend unterschiedliche Höhen und Breiten. Aber meistens konnten wir uns nur bauchliegend flach auf dem Boden fortbewegen. Die Schutzoverals erwiesen sich als wirklich hilfreich und wichtig, denn zu der Enge im Stollen gab es auch noch „fließend kaltes Wasser“ aus dem Berg, welches uns beim Robben veranlasste, uns etwas vom Boden abzudrücken. Eine wirklich anstrengende Sache bei der fast alle Muskeln des Körpers zum Einsatz kamen. Zu der völligen Dunkelheit (wir hatten ja nur unsere Stirnlampen) kam natürlich noch hinzu, daß die Stollen nicht waagerecht verliefen, sondern teils über mehrere 10 m beinahe senkrecht nach Oben (über eingebaute Sprossen) und auch nach Unten führten. Nach Unten ging es nur rutschend über das Arschleder auf dem blanken nassen Stein bei einer Stollenhöhe von ca.40 - 50 cm.   

Es dauerte ca. 40 Minuten „Robbzeit“, um endlich auch einmal vor Ort echte Kohle zu entdecken! Unser Bergführer bot uns an, selbst ein Stück Kohle mit Schlegel & Eisen dem Berg zu entreißen, aber bei einer Stollenhöhe von ca. 40 cm und kaum Platz den Schlegel wirklich auszuholen dankten wir freundlich ab.
Nun hatten wir ungefähr die Hälfte unseres Bergwerks gemeistert und der Stollen führte uns vorbei an etlichen Quergängen, mehreren Steigungen und Gefällen nach insgesamt ca. 90 Minuten zurück zum Ausgang!
 
Völlig durchgeschwitzt von den Anstrengungen, stark verschmutzt und naß, aber auch sehr glücklich reinschauend, waren wir alle froh, wieder das Tageslicht und die aufrechte Gangart zu genießen.
Die Herbstsonne schien den ganzen Tag wunderbar und wir machten uns nach einer kurzen Erholungspause weiter auf den Weg unserer Wanderung um die Hohensyburg herum und dem Geo-Route Ruhr Wanderweg. Auf ca.12 km herrlichen Wegen durch Wald und Flur ging es gemütlich zurück zum Startpunkt.
Wir waren geschafft, aber überglücklich an dieser Tour teil genommen zu haben!
Ein für alle Beteiligten einmaliges und unvergessliches Erlebnis !
    
Besonders herzlichen Dank gilt unserem Wanderführer Lars Kohut, der die tolle Idee hatte, eine wirklich besondere Bergwerksführung mit einer schönen Wanderung zu kombinieren!
Ich kann im Namen aller Beteiligten nur sagen: Super, danke Lars!
 
 
Manfred Terhaer

 

Grube 2

 

  
Nachher: wieder heile draußen !  
4 Nachher wieder heile Drauen
 

 

Hengsteysee

 
12 Rckweg kurz vor Ende